Grundstufe
Die Grundstufe der Lindenschule besteht aus vier Klassen mit je sechs bis maximal acht Schülerinnen und Schülern. Wir arbeiten überwiegend im Klassenverband, jedoch auch im klassenübergreifenden Unterricht (z.B. beim Singen und im Sport).
Im Vordergrund der Grundstufenzeit steht die Einführung schulischer Arbeits- und Sozialformen. Unsere Schülerinnen und Schüler sollen Regeln beachten lernen und soziale Verhaltensweisen einüben.
Kennzeichnend für den Unterricht in der Grundstufe sind der spielerische Umgang mit Lernsituationen und der häufige Wechsel von Sozial- und Arbeitsformen.
Schwerpunkt unseres Unterrichtes ist die Anbahnung größtmöglicher Selbstständigkeit und Selbstversorgung in vielen Bereichen.
Je nach Lernvoraussetzung der Kinder fließen in den Grundstufenunterricht bereits sachbezogene und kulturtechnische Lerninhalte (Lesen, Schreiben, Rechnen) ein.
Die sprachliche Förderung findet in allen Unterrichtsbereichen statt und wird durch den Einsatz von Gebärden sowie elektronischer Medien zur Unterstützung der Kommunikation ergänzt.
Kontakt mit dem Breithardter Kindergarten
Seit etwa 30 Jahren besuchen sich die Kinder der Grundstufe 1 und die Kinder des Kindergartens in Breithardt im 14-tägigen Wechsel mittwochs für etwa eine Stunde. In dieser Zeit singen und spielen wir gemeinsam, hierbei wird darauf geachtet, dass Kindergartenkinder und die Kinder der Lindenschule miteinander agieren. Durch gegenseitiges Kennenlernen werden so auf spielerische Weise Hemmungen im Umgang abgebaut und Kontakte im Spiel geknüpft. Alle freuen sich auf das Aufeinandertreffen, das wir auch noch viele Jahre fortsetzen möchten.
Lernen vor Ort
Ausflüge im Spätsommer
Die schönen Spätsommertage nutzte die Grundstufe 1 zum Aufsuchen außerschulischer Lernorte, wie z.B. der Fasanerie und dem Kurpark in Bad Schwalbach.
In der Fasanerie konnten die Schülerinnen und Schüler mit Freude die unterschiedlichen Tiere beobachten und beim Rundgang eine längere Strecke mit einigen Höhenmetern Unterschied bewältigen. Das anschließende Spielen auf dem ausgedehnten Spielplatzgelände ermöglichte den Kindern sowohl individuelle Bewegungs- und Betätigungsformen als auch gemeinsames
Höhepunkte des Kurparkbesuches in Bad Schwalbach waren das Trinken des Wassers aus den verschiedenen Brunnen, Spielen mit Wasser und besonders das Klettern auf dem Spielplatz, der auch „Obstkiste“ genannt wird. Hier gab es für jedes Kind - je nach Mobilitätsvermögen - Kletter- und Rutschvarianten, die das Kinderherz höher schlagen ließen.
Mittelstufe
Mittelstufenkonzept
Die Förderung der Handlungsfähigkeit ist ein wesentlicher Bestandteil des Mittelstufenkonzepts. Die in der Grundstufe angebahnte Handlungsfähigkeit und der Aufbau einer grundlegenden Handlungsorientierung werden fortgesetzt und mit verschiedenen Methoden soll das selbständige Handeln auf den Weg gebracht werden.
Im Rahmen des offenen Unterrichts und bei sämtlichen Lernangeboten wird mit folgenden Methoden die Handlungsfähigkeit bzw. das selbständige Handeln gefördert:
Lernen an Stationen, Wochenplanarbeit, Freiarbeit, Projektarbeit
Diese Unterrichtsmethoden sollen, wenn möglich in allen Kompetenzbereichen angewandt werden. Neue Sozialformen des Unterrichts (Partnerarbeit, Gruppenarbeit) werden angebahnt. In diesem Jahr haben wir drei schuljahrübergreifende Angebote: Lindenpost und Waldpädagogik (Projektarbeit), Gesundheitsvorsorgevorsorge (Hygiene und Gesunde Ernährung)
Weitere inhaltliche Schwerpunkte
Im Deutschunterricht werden die in der Grundstufe erworbenen Kenntnisse erweitert, gefestigt und vertieft.
Die nächsten Stufen des Leselernprozesses in der Mittelstufe sind: Synthetisieren, Silben lesen, Ganzwortlesen, Groß-und Kleinschreibung beachten, richtige Rechtschreibung beachten, kurze Texte lesen und verstehen lernen
Im mathematischen Bereich werden die in der Grundstufe erworbenen Kenntnisse erweitert, gefestigt und vertieft. Die nächsten Stufen hierbei sind: Erweiterung des Zahlenraums mit Mengenvorstellung, Einführung von Addition und Subtraktion
Im Bereich Sport werden die Methoden und Aufgabenstellungen den veränderten Bedürfnissen durch die Pubertät angepasst. Hierbei werden körperliche Grenzen ausgetestet, es werden Wettkampfspiele angeboten sowie verstärkt Mannschaftssport. Im Schwimmunterricht wird auf die Wassergewöhnung und die Schwimmanbahnung der Grundstufe aufgebaut. In der Mittelstufe sollen vor allem die Schwimmtechniken Brust- und Rückenschwimmen geübt werden.
M 1
Die Mittelstufenklasse 1 (M1) besteht aus 5 Schülerinnen und 2 Schülern. Wir lernen auf ganz unterschiedlichen Niveaustufen und das nicht nur innerhalb unserer Klasse, sondern auch Klassenübergreifend mit den Mittelstufen 2 und 3. Auch den Sport und eine gemeinsame Spielstunde gestalten wir mit den beiden anderen Mittelstufen und freuen uns, andere Schüler zu treffen und gemeinsam mit ihnen zu lernen und zu spielen.
Alle 14 Tage geht es zum Schwimmen ins Kleinfeldchen nach Wiesbaden. Das sorgt immer für einen ereignisreichen Tag, auf den die Schüler und Schülerinnen sich freuen. Wassergewöhnung, Spiele und Schwimmübungen stehen im Vordergrund und werden ganz individuell umgesetzt.
Unser Herzensprojekt ist die Lindenpost. Alle Schüler und Lehrer können über die schulinterne Lindenpost Briefe verschicken. Jeden Mittwoch wird die Post aus den drei im Schulgebäude verteilten Briefkästen geholt, gestempelt (es gibt eigene Briefmarken) und in die entsprechenden Klassen ausgeliefert.
Hauptstufe
Inhalte und Methoden in der Hauptstufenarbeit
Der Bereich Handlungsfähigkeit und Handlungskompetenz steht in der Hauptstufe im besonderen Fokus der Förderung. Ergänzt wird dies durch das Fördern der Entscheidungskompetenz und der Vorbereitung auf die in den weiteren Jahren folgende Berufsorientierung.
Die Umsetzung der Förderinhalte erfolgt in offenen Unterrichtsangeboten wie Freie Arbeit, Arbeit mit dem Lernregal (Förderunterricht) und Projektarbeit.
Der Mathe- und Deutschunterricht erfolgt in leistungsheterogenen Teilgruppen. In diesen werden passgenaue Lernangebote gemacht und das Arbeiten wird in Sozialformen wie Partner- und Gruppenarbeit weiter gefördert.
Im Zentrum der Arbeit der Hauptstufen stehen weiterhin der Handyführerschein zur Berechtigung der Nutzung des Handys in der Jungendecke, Sexualunterricht und die Weiterführung des Hygieneplans.
Für viele Schülerinnen und Schüler erfolgt in der Hauptstufe zudem das erste Betriebspraktikum mit zunächst noch intensiver Begleitung an.
Unterrichtliche Inhalte
Im Hauswirtschaftsunterricht steht das eigenständige Kochen nach Rezepten (Bild oder Text) in Kleingruppen auf dem Programm, sowie das Erlernen und Festigen küchenspezifischer Techniken (Schneiden, Abwiegen, Nutzung elektronischer Küchengeräte)
Im Deutschunterricht werden das Sinnentnehmende Lesen von kurzen Texten vertiefend geübt wie auch das grammatikalisch korrekte Schreiben einzelner Wörter bis hin zum Verfassen von komplexeren eigenen Texten. Ergänzend werden im Unterricht einfache Lektüren (je nach persönlichen Interessenslagen) erarbeitet und ggf. handlungsorientiert bearbeitet.
Im Mathematikunterricht werden sowohl pränumerische Grundlagen weiter ausgebildet, wie auch Grundrechenarten vertiefend eingeübt und bis hin zum Zahlenraum 1000/ oder mehr, erweitert.
Textaufgaben wie auch lebenspraktisches Rechnen (Umgang mit Geld, Uhrzeit etc.) sind weiterhin wesentliche Inhalte der Hauptstufen.
Im Sportunterricht liegt der Schwerpunkt auf dem Ausbau und dem Erhalt der persönlichen Fitness sowie der Anbahnung und dem Aufbau von Fähigkeiten und Fertigkeiten im Zusammenhang mit freizeitrelevanten Sportarten und kleinen Spielen.
Spaß am Bewegen, Entwicklung von Koordination und Kondition sowie das Einhalten notwendiger Regeln im sportlichen Miteinander prägen unseren Sportunterricht.
Der Schwimmunterricht findet bewusst im öffentlichen Raum statt (normaler Schwimmbadbetrieb), um gezielt das adäquate Verhalten und die Interaktion in diesen Zusammenhängen auch für das Leben außerhalb von Schule einzuüben.
Von Wassergewöhnung, über das Training der verschiedenen Schwimmstile bis zum Ablegen aller möglichen Schwimmqualifikationen (Schwimmabzeichen) wird in Kleinstgruppen die optimale individuelle Förderung in diesem Bereich angestrebt.
H2
Berufsorientierung
Die Berufsorientierungsstufe
In der Berufsorientierungsstufe unserer Schule steht die Vorbereitung auf das Leben nach der Schulzeit im Mittelpunkt. Die Schülerinnen und Schüler befinden sich in einem wichtigen Abschnitt ihrer Entwicklung: Sie entdecken ihre Stärken, lernen verschiedene Arbeitsbereiche kennen und entwickeln Vorstellungen davon, wie ihr zukünftiges Leben und Arbeiten aussehen kann.
Unsere Ziele
Wir möchten unsere Schülerinnen und Schüler dabei unterstützen, eigene Fähigkeiten und Interessen zu erkennen, realistische Zukunftsperspektiven zu entwickeln, Arbeits- und Alltagskompetenzen zu erweitern und Selbstständigkeit und Verantwortungsbewusstsein zu fördern.
Unsere Lernangebote
Der Unterricht in der Berufsorientierungsstufe ist praxisnah und lebensbedeutsam gestaltet. Dazu gehören unter anderem:
- Betriebspraktika in unterschiedlichen Arbeitsbereichen (z. B. Küche, Hauswirtschaft, Garten),
- Trainings zur Alltagsbewältigung (z. B. Umgang mit Geld, Mobilitätstraining, soziale Kompetenzen),
Zusammenarbeit und Begleitung
Die Berufsorientierungsstufe arbeitet eng mit Eltern, Betrieben und Werkstätten für Menschen mit Behinderung zusammen.
Gemeinsam suchen wir den besten Weg, um den Übergang von der Schule in das Berufsleben oder eine weiterführende Einrichtung individuell zu gestalten.
Lindenkiosk
Einmal im Monat öffnet in der Lindenschule der Lindenkiosk. Der Lindenkiosk wird von den Schülerinnen und Schülern der Berufsorientierungsstufe betrieben und dient der Berufsvorbereitung unter realen Bedingungen. Die Schüler bauen einen Tag vor dem Verkauf den Lindenkiosk mit Gästetischen, Theke und Dekoration auf und erledigen den Großeinkauf für den Kiosktag.
Im Vorfeld verteilen sie Bestellformulare an die verschiedenen Klassen und bereiten am Kiosktag alle Bestellungen vor: belegte Brötchen belegen, heiße und kalte Getränke, Grießbrei usw.
KME - Bereich
Individuell – ganzheitlich – lebensnah
In drei Klassen mit dem Schwerpunkt KME (Körperlich-Motorische Entwicklung) lernen bei uns Schülerinnen und Schüler, die neben einer geistigen Beeinträchtigung auch körperlich-motorische Unterstützungsbedarfe haben. Unser Ziel ist es, jedem Kind und Jugendlichen individuelle Lern- und Entwicklungsmöglichkeiten zu eröffnen – orientiert an seinen Fähigkeiten, Interessen und Bedürfnissen.
Ganzheitliches Lernen
Der Unterricht verbindet kognitive, motorische, soziale und lebenspraktische Lerninhalte miteinander. Lernen findet nicht nur im Klassenzimmer statt, sondern in vielfältigen Lebenszusammenhängen: beim Frühstücken, in Bewegungsangeboten, im Musikunterricht oder bei Projekten in der Sporthalle.
Dabei steht immer die Selbstständigkeit im Alltag im Vordergrund – so viel Unterstützung wie nötig, so viel Eigenaktivität wie möglich.
Förderung und Unterstützung
Unsere Schülerinnen und Schüler erhalten individuelle Unterstützung durch:
- gezielte physiotherapeutische
- ergotherapeutische und logopädische Angebote
- Hilfsmittel und unterstützte Kommunikation (UK)
- angepasste Lernmaterialien
- Pflege und medizinische Versorgung
- enge Zusammenarbeit mit Therapeutinnen, Pflegepersonal und Eltern.
So schaffen wir eine Umgebung, in der Lernen, Bewegung und Kommunikation für jedes Kind möglich werden.
Gemeinschaft und Teilhabe
In unseren Klassen wird soziales Lernen großgeschrieben. Gemeinsame Aktivitäten, Feste und Projekte fördern das Miteinander und stärken das Gefühl, Teil einer Gemeinschaft zu sein. Auch im Kontakt mit anderen Klassen erleben die Schülerinnen und Schüler Teilhabe und Wertschätzung.
METACOM Symbole ©Annette Kitzinger